Lesetip: Evermind. Sie kennt dich (Melissa C. Hill)
In meine Auswahl ist das Buch gekommen, weil ich den Sprecher des Hörbuchs so gerne mag: Sascha Rotermund. Dass es ein Jugendbuch ist, war mir dabei und auch später beim Hören nicht aufgefallen. Aber so ging es mir damals mit Harry Potter auch.
Evermind spielt nach einer Klimakatastrophe. Die Menschheit lebt unterirdisch und wird von einer künstlichen Intelligenz namens MAM geführt. MAM berechnet alles auf Basis von Wahrscheinlichkeiten. Angefangen damit, welcher Beruf zu einem passt. Aber auch was Nahrung und körperliche Betätigung angeht. Vermeintlich das perfekte Leben, da ja optimal berechnet. Aber eben nur eigentlich.
Die Hauptakteurin des Romans ist Livia. Mit ihr erlebt man den Tag mit all seinen Herausforderungen und den zwischenmenschlichen Interaktionen. Sie findet heraus, was in einer so sehr nach Leistung getakteten und vorbestimmten Welt mit kranken und alten Menschen passiert – eben mit denen, die nicht mehr leistungsfähig sind. Sie entdeckt, dass sie nicht die einzige Person ist, die sich in der ihr zugewiesenen Rolle nicht wohl fühlt und dass ein Leben auf der Oberfläche entgegen der Aussage von MAM doch möglich ist.
Livia gibt dem Wiederstand ihre Stimme. Sie schreibt mit viel Emotion Geschichten auf, die nicht über das Computernetzwerk von MAM geschrieben werden, da diese das verhindert. Sondern sie lernt mit Stift und Papier zu schreiben. Die Papiere gehen von Hand zu Hand.
Das Ende ist nicht ganz so mein Fall gewesen. Aber bis dahin hat mich das Buch gefesselt wie schon lange keines mehr.
Die Autorin ist übrigens Deutsche und veröffentlicht sowohl unter ihrem Geburtsnamen Melissa C. Feurer als auch unter ihrem Ehenamen Melissa C. Hill.
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